Europe segeln auf ganz großer Bühne stand an – die WM in Hanko, Finnland!
Wie in den letzten Jahren auch schon, begann das Europe-Event mit der Open Week, der einzigen Regatta, die die Möglichkeit zur Direktqualifikation zur WM bietet. Mein Papa Dirk (GER 1039) und ich hatten die Quali sicher und so nutzten wir die Zeit, um die fremde Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Es gab viel zu entdecken: Wald, Bäume und wieder Wald.

Bild: privat
Hanko feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. Es ist ein hübsches kleines Urlauberstädtchen mit etwa 30 km Strandlänge. Wahrzeichen ist ein roter Wasserturm, von dessen Aussichtsplattform die Umgebung in Richtung Festland und Ostsee gut zu betrachten ist.
Am Sonntag (28.07.), dem ersten Tag der Vermessung, stand auch der Nations Cup auf dem Programm. Dabei segeln immer vier Teilnehmende aus jedem Land gegen ein anderes Land. Bei der Regatta haben wir die deutsche Mannschaft von Land aus angefeuert. Sie haben einen 4. Platz für Deutschland ersegelt.
Durch die gute Organisation konnten wir bereits auch an diesem Tag unsere Boote kontrollvermessen lassen. Dafür wurde ein Parcours aufgebaut, durch den die Boote geschoben wurden. Bei jeder Station wurde dann ein Teil des Bootes vermessen. Alles lief bei mir gut, bis zur letzten Station, den Segeln. Das erste Segel wurde ohne Probleme akzeptiert. Das zweite Segel passte auch in alle Vermessungsgrößen – jedoch stimmte die Materialnummer nicht mit den Unterlagen überein. Da ist uns im Eifer der Vorbereitung wohl ein kleiner Fehler unterlaufen, sodass ich letztendlich nur ein Segel zur Verfügung hatte. Bei Dirk lief alles glatt – Vorbereitung ist eben alles…
Am Abend des zweiten Vermessungstags fand der traditionelle Marsch durch die Gastgeberstadt mit allen Teilnehmenden sowie die Eröffnung der Regatta statt. Paul Depoorter, der Präsident der Europe Class, welcher aus Spanien kommt, hat einen Großteil seiner Eröffnungsrede in Finnisch gehalten, wofür er tosenden Applaus bekam.
Nun ging es am Dienstag (30.07.) endlich los. Täglich gab es 9:00 Uhr eine Steuerleutebesprechung und danach noch ein Briefing aller deutschen Teilnehmenden. Jeden Tag waren 2 Wettfahrten geplant. Wir legten ab und hangelten uns durch die kleinen Inseln vor der Küste. Wir erhielten den Tipp, den Booten vor uns zu folgen. Bei der Open Week sind bereits einige Boote auf Untiefen aufgelaufen und mussten repariert werden. Wenn man durch die Inseln durch war, was ca. 20 Minuten dauerte, musste man nur noch durch eine Fahrrinne und dann war man nach einer guten Stunde bereits im Regattagebiet. Wir konnten bei angenehmen 3-4 Bft. unsere zwei Wettfahrten segeln. Das Niveau bei der WM ist sehr hoch und die Verhältnisse sind für uns ungewohnt. Hohe Wellen, die nicht aus der Windrichtung kommen, kannte ich vorher noch nicht. Nach den Wettfahrten sind wir wieder in den Hafen gekreuzt, was ca. 1,5 Stunden gedauert hat. Geschafft fuhren wir nach der Nachbesprechung mit dem Fahrrad auf den Campingplatz.

Bild: privat